Sie sind hier: Theater 2010

Herzlichen Dank für Ihren Besuch!

Rund 3000 Besuchrinnen und Besucher durften wir an insgesamt elf Aufführungen begrüssen, darunter sehr viele Vereinsdelegationen.

Einige Fotos zum Theater finden Sie hier.

Kritik


Lesen sie hier den Bericht und die Kritik von "das Kulturmagazin"!



Ein Stück von:

Links: Sämi Studer (Autor und Konzept)
Rechts: Simon Strebel (Regie und Konzept)

Zum Stück "s'Vogel Anni"

„Vogelschüchi, Vogelschüchi!“ So wurde die alte Anna Vogel von Escholzmatter Dorfkindern verspottet. Doch wie konnte es soweit kommen, dass diese aus bestem Hause stammende Frau so verarmt endete, verhöhnt wurde und auch heute noch vielen als Escholzmatter Dorforiginal bekannt ist? Eine Geschichte, die fasziniert, die packt – und die auch uns vom Jodlerchörli Lehn inzwischen fest in ihren Bann gezogen hat.

Die Wahl der Thematik

Vor gut einem Jahr entschied sich das Jodlerchörli Lehn für eine Theaterproduktion, welcher eine „Escholzmatter Geschichte“ zu Grunde liegen soll. Dies um von unserer Seite einen weiteren Beitrag zu den 850-Jahr Feierlichkeiten von Escholzmatt beizusteuern.
So kam immer klarer die Idee auf, die Lebensgeschichte der Anna Vogel ins Zentrum dieser Produktion zu stellen. Doch worin lagen die Gründe, dass die Wahl ausgerechnet auf eine tiefgläubige, aber weltfremde, misstrauische, eigenartig gekleidetet und als „Vogelschüchi“ verspottete Person fiel? Halt eben gerade, weil dies bei Weitem nicht die ganze Wahrheit ist. Denn Anna Vogel in jungen Jahren strahlte ganz andere Eigenschaften aus: Eine lebensfrohe stolze Frau, bildhübsch, gebildet, musisch begnadet und Tochter einer gutbetuchten und angesehenen Familie. Die besten Voraussetzungen für ein Leben in Wohlstand und Zufriedenheit.

Von der Idee zum Konzept

„Ihr spielt das Vogel Anni?“ Noch selten waren Reaktionen innerhalb des Dorfes so häufig wie dieses Jahr, als im Frühling der Titel der aktuellen Theaterproduktion bekannt wurde. Viele in Escholzmatt kannten diese zierliche kleine Frau noch aus ihrer Jugend oder aber vom Erzählen her. Doch zuerst einmal stellte sich nun die Frage, wie wird aus der Idee eine bühnenfertige Uraufführung? Wir erklärten uns bereit, dies an die Hand zu nehmen und das neue Stück gemeinsam zu entwickeln und zu erarbeiten. Hierbei teilten wir die Bereiche Verfassen des Theatertextes (Sämi Studer) und Regie (Simon Strebel) auf. Zuerst galt es aber für uns, selbst mit der Thematik vertraut zu werden.

Text und Entwicklung des Handlung

In einer Phase des Recherchierens studierten wir bereits vorhandene Textdokumente und führten Gespräche mit Zeitzeugen. Aus der Fülle von Informationen und Notizen entstanden erste Ideen zum Konzept und möglichen Handlungssträngen.Um nicht einen dokumentarischen Lebenslauf entstehen zu lassen, entschieden wir uns früh, dass die Handlung auf verschiedenen Zeitebenen stattfinden soll, durch welche eine Erzählerin führt, und auch durch fiktive Elemente begleitet wird. Aus diesem Grund entstanden neben der Vielzahl an authentischen Personen im Stück auch erfundene Charaktere – und auch gewissen authentischen Rollen wurden Worte in den Mund gelegt oder Taten zugeschrieben, welche sie mit grösster Wahrscheinlichkeit so nie gesagt oder getan haben. Dies erachteten wir als unsere künstlerische Freiheit, gerade hier konnten wir ausgiebige und stundenlange Diskussionen abhalten. Durch das Spielen in einer Zeitspanne von zwei Generationen drängte sich bald auf, gewisse Rollen mehrfach zu besetzen. Und trotz einigen erfundenen Elementen im jetzt vorliegenden Theaterstück: Bei der Entwicklung der Szenerie und der Inhalte legten wir Wert auf eine möglichst genaue Schilderung der damaligen Zeit. Sei dies durch real-existierende Schauplätze, politische Zustände oder geschichtliche Ereignisse, wobei gerade durch die heutige Sicht auf diese Zeit viele humoristische Elemente einflossen.

Inszenierung

Ein Theaterstück mit einem starken Bezug zum Dorf, in welchem es gespielt wird, ruft förmlich danach, auch möglichst authentisch inszeniert zu werden. Eine spezielle Herausforderung gerade auch in Bezug auf das Bühnenbild und die Kostüme/Maske. Dieser Aufwand wird im Theater „s’Vogel Anni“ durch die grosse Anzahl von über 20 Rollen sehr gross, und auch die Probeplanung wurde durch eine solch grosse Spielerschar nicht erleichtert.

Wie seit vielen Jahren beim Jodlerchörli Lehn, spielt in dieser Theaterproduktion auch die Musik eine Hauptrolle. Nebst den geschickt ins Theatergeschehen eingebauten und verbindenden Jodelliedern konnte eine Musikformation zusammen gestellt werden, welche auch die Art der damals auf dem Land gepflegten (Volks)Musik abbildet.

Die Inszenierung ist wiederum ein humorvolles Volkstheater im traditionellen Bereich. Tradition, welche jedoch in ein Kleid mit verschiedenenartigen Ideen verpackt ist. Dass dies alles realisiert werden kann, verdanken wir vielen Personen, welche uns eine Vielfalt von Texten, Dokumenten, Gegenständen oder einfach Wissenswertes über Anna Vogel und die damalige Zeit weitergaben.

Wir freuen uns jetzt schon auf Ihren Besuch. Im Namen der Spielerschaft, des Produktionsteams und des Jodlerchörli Lehn wünschen wir Ihnen gemütliche und unterhaltsame Theaterstunden.

Sämi Studer / Simon Strebel